BITUNE
Eine Rundreise wie diese kann man kaum treffender beginnen als im Pressure Point. Der charmant benannte Club in Brighton war die erste Station der UK-Tour, die Bitune im April und Mai 2007 über Manchester bis nach Bristol führte. 28 Shows und keinen Tag Pause - selbst für eine Band, deren liebstes musikalisches Klima der Hochdruck ist, ein intensives Erlebnis.
"Wir haben richtig viele Kilometer geknüppelt", verdeutlicht Martin und resümiert den vierwöchigen Kraftakt: "Es hat sehr viel Spaß gemacht, war aber auch ganz schön anstrengend." Ein- und Ausladen, Auf- und Abbau, stundenlange Autofahrten und jeden Abend eine hoch erhitzte Show. "Das hat uns noch mehr zusammengeschweißt", weiß der Schlagzeuger.
Seit 2001 sind Bitune in unveränderter Besetzung unterwegs. Von ihren derart geschärften, souveränen Live-Qualitäten leben ganz selbstverständlich auch die Studioaufnahmen. "Die Erfahrung gibt Sicherheit im Zusammenspiel", erklärt Martin, "man entwickelt ein Gefühl füreinander, eine lebendige Eigendynamik." Nach zwei EPs hat das Quartett aus dem nordhessischen Eschwege nun erstmals ein vollständiges Album eingespielt.
Wer "After The Fire" auf sich wirken lässt, stellt schon nach dem leidenschaftlich fordernden Eröffnungsstück "Touch Me" fest: Diese Band ist eine Einheit. Nenne es Alternativ-, Emo- oder Indie-Rock. Sound und Songs sind im besten Sinne stimmig und vereinen die schönsten Attribute. Druckvoll, drängend, wuchtig, schwerwiegend. Gefühlvoll, verlockend, melodisch und erhebend.
Von eben diesen Qualitäten war nicht nur Dirk Lankenau vom Musikverlag K.O.K.S. sofort überzeugt. Er nahm Bitune unter Vertrag und machte sich mit ihren Songs im Gepäck auf den Weg nach Großbritannien, wo er sie dem Manager Richard Hamilton vorspielte. "Nachdem er das Material gehört hatte, dauerte es genau 3 Sekunden, bis er zusagte", erinnert sich Dirk an die Initialzündung in England.
Mit dem motivierten Management an der Seite konnten Bitune nur eine Woche später einen Plattenvertrag mit dem britischen Label Headroom Records abschließen. Nach der Veröffentlichung in England wurde das Album schließlich für den deutschen Markt lizenziert und so erscheint "After The Fire" am 12.10.2007 endlich auch hierzulande. Ein ungewöhnlicher Weg für eine außergewöhnliche Band.
Produziert wurde "After The Fire" im Institut für Wohlklangforschung in Hannover. Für den satten Sound sorgte neben Toningenieur und Studiobetreiber Willi Dammeier auch ACE, ehemals Gitarrist von Skunk Anansie. "Seine Arbeitseinstellung und seine gute Laune haben uns sehr geholfen, optimistisch an die Aufnahmen heranzugehen", rühmt Martin den renommierten Gitarrenklangexperten, der bereits seit Jahren begeistert mit Bitune zusammenarbeitet.
2001 hatten sie ACE während eines Musikerworkshops kennen gelernt und ihm eine Demo-CD in die Hand gedrückt. Kurz darauf eilte ACE nach Eschwege, feilte mit Bitune in deren Übungsraum an neuen Songs und gab dem Sound jenen ganz besonderen Schliff. "Dieser rotzige UK-Einfluss, also weniger klinisch, sondern lebendig zu spielen", das sei ACE zu verdanken. Und wenn im Studio die Funken fliegen, schürt der Produzent das Feuer. Oder wie Martin unterstreicht: "Er bemerkt die magischen Momente."
Der Zauber zieht weite Kreise. Im Juli 2007 gaben Bitune drei weitere UK-Konzerte, unter anderem beim Rock-Off-Festival in London. Am 21.9. spielen sie für Headroom Records ein Showcase auf der internationalen Musik- und Entertainment-Messe Popkomm in Berlin, am selben Tag erscheint auch die neue Bitune-Single "Stay".
Im Oktober und November stehen über zwanzig Konzerttermine in Deutschland auf dem Plan, bevor es im Dezember wieder auf Tour ins Vereinigte Königreich geht. Auch für das kommende Jahr hat sich die Band viel vorgenommen. So sind 2008 unter anderem Live-Shows und Album-Release in Spanien und den Beneluxstaaten fest geplant. Sogar in Skandinavien und Japan soll "After The Fire" veröffentlicht werden.
Bitune drehen auf - live, laut und international.
Notizen zu ihrer ersten UK- Tour findest du auf ihrem MySpace. Blog unter myspace.com/bitune.